Habe immer Zettel und Stift dabei

Geht es dir auch so, dass du immer unheimlich viele Dinge im Kopf jonglierst? Ständig musst du an irgendwas denken? Und vergisst es dann doch?

Bis vor einigen Jahren ging es mir genau so. Ständig hatte ich neue gute Ideen für Projekte oder einfach was ich am nächsten Tag erledigen musste. Oft konnte ich abends nicht einschlafen, weil ich eine gute Idee hatte, die mir dann so lange im Kopf rumschwirrte bis ich einfach aufgestanden bin, um sie umzusetzen oder bis spät in die Nacht darüber nachdachte, um dann völlig übermüdet einzuschlafen und am nächsten Morgen genauso übermüdet wieder aufzuwachen, um die Idee dann doch vergessen zu haben.

Erst als ich das Buch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ von David Allen vor ein paar Jahren las, änderte sich dieses ständiger Hinterherlaufen hinter meinen Ideen und das Vergessen. Meine Frau warf mir anfangs zwar immer vor: „Du schreibst dir ständig alles auf! Du musst dir doch auch mal was merken!“ Sie sah jedoch bald, dass es für mich gut funktionierte und ich so den Kopf freier für andere Dinge hatte. Der Ansatz von David Allen ist, dass der Kopf nicht dazu da ist sich ständig irgendetwas zu merken. Vielmehr sollte die Kapazität des Gehirns dazu genutzt werden kreativ zu sein und zu denken. Das Alles-aufschreiben-was-man-sich-merken-muss führt tatsächlich dazu, dass man im Kopf wieder völlig frei wird.

Man muss nicht immer ständig denken „ich darf xy nicht vergessen“ oder „ich muss noch abc anrufen“. Immer, wenn man eine Idee oder einen Einfall hat, zückt man einfach das Notizbuch und schreibt es sich direkt auf. Einmal täglich arbeitet man dann systematisch die Notizen ab: Dinge, die in weniger als zwei Minuten erledigt werden können, werden direkt erledigt. Für alle anderen Dinge wird nach dem GTD-Prinzip verfahren. So bleibt nichts liegen und nie gerät etwas in Vergessenheit.

Nun werden einige einwenden, dass das ständige Mitschleppen eines Notizblocks eher unpraktikabel ist und man ja in der heutigen Zeit viel besser Notizapps auf seinem Smartphone nutzen könnte. Dem stelle ich entgegen, dass es durchaus sehr unhöflich wirken kann, wenn du ständig dein Smartphone zückst, weil dir gerade ein guter Gedanke gekommen ist oder eine wichtige Nachricht erzählt wurde. Das mag etwas altmodisch klingen, aber wenn du in der gleichen Situation dann statt des Smartphones deinen Notizblock zückst, erweckt es den Anschein von Interesse, dass du dir dazu Notizen niederschreibst. Es kann die gleiche Handlung sein – digital wirkt jedoch abgelenkter.

Und seien wir mal ehrlich: Die Hälfte der Leser hier sind gar keine Leser, sondern Leserinnen. Und davon haben annähernd alle die meiste Zeit ihres Lebens eine Handtasche dabei. Da passt ein kleiner Notizblock mit einem Stift immer noch rein! Und auch die Männer finden für einen kleinen DIN-A7-Notizblock mindestens in der Jackentasche, wenn nicht sogar in der Hosentasche noch Platz. Ich verwende gern diese kleine Form des Notizblocks mit Abreißzetteln aus verschiedenen Gründen:

  1. Sie sind günstig. Damit kann ich davon eine große Menge ohne große Kosten kaufen und sie überall deponieren: An der Gaderobe, auf dem Nachttisch, in der Hosentasche, auf dem Wohnzimmertisch, im Auto, … Regelmäßig sammel ich dann die Notizen ein. Das führt uns auch schon zum nächsten Vorteil:
  2. Ich kann die beschriebenen Zettel einfach abreißen, aus den verschiedenen Teilen der Wohnung oder den unterschiedlichen Kleidungsstücken einsammeln und gesammelt bearbeiten.
  3. Es passt oben wunderbar in die Spirale ein kleiner IKEA-Bleistift (ihr könnt natürlich auch andere nehmen, aber diese gibt’s bei IKEA immer gratis und sie sind klein und handlich) rein, so dass ich auch immer gleich einen Stift dazu legen kann ohne, dass er verloren geht.

Statt des Bleistifts verwende ich in der Hosen- oder Jackentasche lieber einen Tactical Pen, damit der Bleistift nicht pickst, wenn er sich mal aus der Spirale des Blocks löst. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um einen taktischen Bleistift. Obwohl ich – wie vermutlich die meisten Leser auch – nicht ständig im Kriegseinsatz bin, hat er ein paar Vorteile im Vergleich zu einem Bleistift oder herkömmlichen Kugelschreiber:

  1. Er ist ziemlich robust, bricht also in der Tasche nicht ständig durch.
  2. Es ist eine kleine Taschenlampe mit dran und ich habe auch überall gleich auch Licht dabei.
  3. Im Auto kann ich ihn auch gleich als Glasbrecher verwenden, sollte bei einem Verkehrsunfall mal die Tür nicht mehr geöffnet werden können.
  4. Manche Exemplare haben auch noch gleich einen Flaschenöffner mit dran – sehr praktisch, wenn man die Flasche nicht an einer Bierkiste öffnen kann.
  5. Schreiben kann er natürlich auch, das eigentlich wichtigste!


Versuch‘ es doch einmal dir wirklich alles aufzuschreiben, was dir in den Kopf kommt! Du wirst sehen, dass es dich von einer enormen Last befreien wird! Ein paar Notizblöcke und Stifte kosten praktisch nichts, aber die Investition wird sich vielfach auszahlen! Ich freue mich über Erfahrungsberichte!

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Fietes Abendroutine

Nach der Vorstellung meiner Morgenroutine, möchte ich euch heute meine Abendroutine vorstellen.

Zunächst einmal verzichte ich die letzten zwei Stunden vor dem Schlafen gehen auf sämtliche Bildschirmnutzung. Das blaue Licht von Smartphone, TV &Co. lässt die Menschen einfach nicht gut ein- und durchschlafen, daher verzichte ich darauf. Meinen Fernsehkonsum versuche ich generell einzuschränken und nur bewusst den Fernseher einzuschalten. Ebenso verzichte ich die meisten Abende auf Alkohol, da dieser nachweislich ebenso einen schlechten Einfluss auf den gesunden Schlaf hat.

Seit der Informationsdiät lege ich auch mein Smartphone an der Gaderobe ab, wenn ich nach Hause komme, um es möglichst den ganzen Abend nicht mehr zu nutzen. Es beschäftigt mich tagsüber ja bereits ausreichend. Daher lege ich es direkt beim Eintreffen zu Hause an seinen Platz für die Nacht. Ausnahmen gibt es natürlich immer, wenn ich mal eine wichtige Nachricht oder einen dringenden Anruf erwarte.

Inzwischen verzichte ich auch abends weitestgehend auf sportliche Aktivitäten, damit ich meinen Körper nicht vor dem Schlafen gehen noch einmal an sein Limit und mich damit um einen vernünftigen Schlaf bringe.

Die Zeit nach der Ankunft zu Hause gehört vielmehr meiner Familie. Bis meine Kinder zu Bett gehen, stehen sie im Mittelpunkt – danach meine Frau. Häufig sind auch einfach noch Dinge zu Hause zu erledigen, die halt so anfallen.

Die eigentliche Abendroutine beginnt dann mit dem Zähneputzen. Um meinen Kreislauf vor dem zu Bett gehen nicht unnötig nochmal hoch zu fahren, verzichte ich abends dabei auf Sport. Ich denke viel lieber noch einmal über den Tag nach. Da meine Frau meistens etwas länger im Bad benötigt als ich, nutze ich die folgenden Minuten zunächst dafür mich auf den folgenden Tag vorzubereiten. Ich lege mir Kleidung für den kommenden Tag raus. Wenn morgens Sport auf dem Programm steht zusätzlich noch die Sportsachen, damit ich morgens ohne groß nachzudenken direkt in den Tag starten kann. Wenn ich für den Folgetag geplant habe sportlich ins Büro zu reisen, packe ist außerdem schon einmal meine Tasche für den Tag mit Wechselkleidung und Notebook sowie allem was ich benötige inkl. Verpflegung – soweit sie nicht über Nacht noch gekühlt werden muss. Das alles packe ich immer nach Checkliste. Dazu habe ich verschiedene Checklisten, ob ich mit dem Rad zur Arbeit fahre oder beispielsweise laufe. Es geht einfach viel schneller (und man vergisst nichts), wenn man einfach nur eine Liste durchkreuzen muss, als immer wieder darüber nachzudenken was man benötigt und am Ende doch irgendetwas zu vergessen. Im übrigen verwende ich auch für Urlaube oder Dienstreisen immer Packlisten, um schnell zu packen und nichts zu vergessen. Das führt dann zwar häufig dazu, dass meine Frau verzweifelt, weil ich tatsächlich erst kurz vor der Abreise in kürzester Zeit meinen Koffer packe, aber ich vergesse dadurch wirklich selten etwas.

Sind die Sachen für den nächsten Tag gepackt, schaue ich noch kurz in meiner Unterlagenmappe, ob etwas für den nächsten Tag darin auf mich wartet, und lege es ggf. für den nächsten Tag bereit. Sollte ich es einmal abends vergessen, erledige ich diesen Schritt immer während meiner Morgenroutine.

Sollte ich am nächsten Tag gekühlte Verpflegung mitnehmen müssen, gehe immer noch einmal kurz in die Küche, um die Dosen o.ä. im Kühlschrank zusammen zu stellen, damit ich am nächsten Morgen kurz einmal kurz alles greifen muss. Damit ich das nicht vergesse, lege ich einen Erinnerungszettel zu meinem Wasserglas auf den Küchentisch. Sollte meine Frau im Bett frieren, schalte ich auch gleich nochmal die Mikrowelle ein, nachdem ich einen Körnersack hineingelegt habe. Während die Mikrowelle arbeitet – oder eben nicht – , kann ich am Küchentisch kurz mein Erfolgstagebuch führen und mich darauf besinnen was ich alles geschafft habe. Ebenso gehe ich danach meine Gewohnheitslisten durch, und hake ab, was ich an diesem Tag umgesetzt habe.

Auf dem Weg aus der Küche zum Schlafzimmer kontrolliere ich noch kurz, ob die Haustür verschlossen ist. Meine allerletzte Handlung des Tages ist dann in der Regel nochmal ein Blick aus dem Fenster bei dem ich die Natur genießen kann und immer wieder denke, dass es mir doch eigentlich sehr gut geht.Dir hat der Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns mit einer Spende unterstützen würdest oder ab und an auf die Werbung klickst!

Fietes Morgenroutine

Bereits vor einiger Zeit habe ich einen perfekten Start in den Tag vorgestellt. Nun fragen sich natürlich viele „macht der das wirklich?“. Der Start in den Tag war nur exemplarisch und jeder muss sich für sein Leben das beste (oder alles) davon raussuchen. Heute möchte ich allerdings einmal meine Morgenroutine vorstellen, die ich jeden Morgen – teilweise leicht abgewandelt – durchführe. Ihr werdet sehen, sie ist gar nicht so weit weg vom perfekten Start in den Tag.

Ich nehme einfach mal einen normalen Wochentag, denn an den Wochenenden variiert es dann doch immer mal wieder etwas in der Reihenfolge – auch, wenn ich möglichst immer zur gleichen Zeit aufstehe, um ein Wochenend-Jetlag zu vermeiden.

In der Regel stehe ich zwischen 5:30 Uhr und 6:30 Uhr auf. Möchte ich morgens noch etwas mehr Sport treiben, wird es eher 5:30 Uhr, bin ich am Vortag nicht so ausgeruht wie ich gern wäre, kann es dann auch schon einmal 6:30 Uhr werden, da mir mein Schlaf wichtig ist. Die Regel ist aber, dass mein Wecker um exakt 6 Uhr klingelt. Genau genommen klingelt gar nicht mein Wecker, sondern meine Sportuhr vibriert. Das ist ein ganz netter Nebeneffekt, den die Uhr mitbringt, da meine Frau normalerweise nach mir aufsteht und so nicht unnötig früh aus dem Schlaf gerissen wird.

Im Bad folgt dann das übliche: Rasieren und Zähne putzen. Wobei ich mir beim Zähneputzen angewöhnt habe, schon einmal zwei Minuten Sport – vor allem Krafttraining – zu treiben. Da ist von Situps, über Liegestütze zu Ausfallschritten alles dabei. In der Regel eher beinlastig als armlastig – was der Natur der Sache entspricht, wenn man die Zahnbürste in der Hand hält. Dadurch werde ich wacher und habe schon etwas erfolgreich zu Beginn des Tages erledigt.

Dann geht’s unter die Dusche – wenn ich keinen Sport treibe. Wenn ich Sport treibe, folgt die Dusche dann nach dem Sport. Die Dusche sieht dann so aus, dass ich zunächst warm dusche, mich dann einschäume und ab da dann den Wasserhahn ganz kalt drehe. Ich dusche mich dann kalt ab und bleibe insgesamt zwei Minuten unter der kalten Dusche stehen. Das fällt mir im Sommer deutlich leichter, so dass ich dazu eigentlich gar nicht auf die Uhr schauen muss, weil das Wasser aus der Leitung im Sommer wirklich wärmer ist als im Winter. Im Winterhalbjahr schaue ich auf die Uhr und ziehe es an fünf von sieben Tagen in der Woche durch. Einfacher fällt es mir auch, wenn ich zuvor Sport getrieben habe, da mein Körper dann schon auf „Betriebstemperatur“ läuft. Danach fühle ich mich topfit und bin bereit für den Tag. Nach der Dusche bin ich dann im Bad auch schon fertig.

Ganz wichtig ist für mich noch zu erwähnen, dass ich morgens bevor ich das Haus verlasse nicht auf’s Smartphone schaue. Das Smartphone wird also beim Anziehen lediglich in die Tasche gesteckt. So werde ich nicht bereits morgens ein Sklave der Informationsflut.

Wenn ich aus dem Bad komme, fülle ich meine Taschen dann mit allem was ich für den Tag brauche, falls ich die Hose gewechselt habe: Smartphone, Notizblock, Stift (Schlüssel folgen erst beim Verlassen des Hauses). Meine Klamotten liegen morgens immer schon im Bad bereit, damit ich morgens nicht suchen und meine Frau wecken muss.

Nach dem Anziehen geht’s noch kurz im Büro vorbei: Dort schaue ich, ob mein Drucker ein Dokument für den Tag ausgespuckt hat oder ob in meiner Unterlagenmappe etwas für den Tag hinterlegt ist. Das klingt jetzt für die meisten vielleicht erstmal komisch, aber ich möchte das kurz erläutern: Da ich Computerfreak bin, spuckt mein Drucker automatisch einen Trainigsplan aus, wenn Schwimmtraining ansteht. Den kann ich dann einfach greifen und mitnehmen. Ebenso kommen Tagesordnungen für Sitzungen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit automatisch am Veranstaltungstag aus dem Drucker, da ich sie ja erst dann benötige. Alles weitere an Unterlagen, die ich in Papierform benötige, liegen in der Unterlagenmappe, die für jeden Tag ein Fach enthält. Ebenso enthält sie pro Monat ein zusätzliches Fach, so dass ich immer am Ende des Monats einmal den folgenden Monat auf die entsprechenden Tage verteilen muss. Mit diesem System habe ich beispielsweise Bahntickets oder Hotelunterlagen immer am entsprechenden Tag griffbereit. Da ich morgens routiniert immer die Mappe öffne, ist alles immer gut organisiert.

Wenn ich morgens Sport treibe, was in etwa dreimal wöchentlich vorkommt, liegt die Sporteinheit zwischen dem Zähneputzen und der Dusche. Häufig besteht diese Sporteinheit aus einer kurzen Laufeinheit von unter 60 Minuten. Wenn ich schwimmen gehe, fällt die Dusche zu Hause aus und wird im Schwimmbad genutzt – außer ich schwimme im nahe gelegenen See. Die Dusche nach dem Schwimmen führe ich jedoch regelmäßig nicht kalt durch, da die Oberkörpermuskulatur dabei doch stark in Anspruch genommen wurde und ich sie nicht zusätzlich noch mit der Kälte quälen möchte.

Nach all dem geht’s zunächst ins Erdgeschoss, genau genommen in die Küche. Dort trinke ich ein großes Glas Wasser und schaue routiniert in den Kühlschrank, ob ich dort Verpflegung bereit gelegt habe für den Tag. Diese verpacke ich dann in meinen Rucksack. Die Verpflegung kann dabei unterschiedlich aussehen: Ab und an bleibt etwas vom Vortag übrig und ich nehme es mit zur Arbeit – was eine sehr gute Idee ist. An Fastentagen beim 5:2 Intervallfasten nehme ich häufig ein kleines Stück Fleisch für mittags mit – das reicht dann an Fastentagen für den ganzen Tag. Regelmäßig ist auch Milch mitzunehmen, da ich zu Hause nicht frühstücke, wenn ich 16:8 Intervallfasten praktiziere – also quasi an allen Tagen wo kein 5:2-Fastentag ansteht. Je nach Laune frühstücke ich dann später so gegen 8 Uhr im Büro Haferflocken, Cornflakes, Nüsse oder eine Banane. In der letzten Zeit ersetzt auch häufig der Bulletproof-Kakao das Frühstück.  Hierzu habe ich dann am Vorabend Butter und Öl bereits im Shaker zusammengestellt und muss ihn nur noch aus dem Kühlschrank nehmen. Im Büro kommt dann Koawach und Milch hinzu.

Dann geht’s auch schon ab in die Schuhe und meistens mit dem Auto zur Arbeit, da der Arbeitsweg mich täglich mit dem Fahrrad doch zu viel Zeit kosten würde. Hin- und wieder fahre ich auch mit dem Rad zur Arbeit und kombiniere den Arbeitsweg so mit meinem Sportprogramm.

So komme ich frisch und voller Energie im Büro an und kann direkt mit den unangenehmen Aufgaben des Tages starten. Sind diese erstmal erledigt, fällt der Rest des Tages leicht. Um ehrlich zu sein, koche ich im Büro – während mein PC hochfährt – in der Regel noch eine Kanne Tee, die ich dann über den Morgen verteilt trinke. Irgendwann so gegen 8 Uhr sind die unangenehmsten Aufgaben dann meistens schon abgearbeitet und ich finde Zeit für ein Frühstück.

Wenn ich nicht sportlich (also laufend oder mit dem Fahrrad) zur Arbeit komme, nutze ich die Fahrtzeit im Auto mit Hörbüchern oder Podcasts. Eine Fahrgemeinschaft hatte ich auch schon einmal, die hat sich aber leider im Laufe der Zeit wieder zerschlagen.

Ihr seht also, ich habe tatsächlich vieles aus dem perfekten Start in den Tag zu meiner Gewohnheit gemacht. Natürlich nicht alles, auch ich bin kein Übermensch.Dir hat der Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns mit einer Spende unterstützen würdest oder ab und an auf die Werbung klickst!

Informationsdiät – 30 Tage ohne Nachrichten – Das Leben hat sich geändert

Insgesamt hat sich mein Leben durch die 30 tägige Informationsdiät grundlegend geändert. Klar, ich bin nicht Superman geworden, habe keine Muskeln wie Arnold Schwarzenegger bekommen und bin auch nicht plötzlich Besitzer von Google. Aber auf dem Level eines normalen Menschen, konnte ich nach der Informationsdiät durchaus behaupten, dass sich mein Leben verändert hatte.

Bereits an den ersten Tagen überkam mich eine unglaubliche Produktivität. Während ich mich zuvor ansonsten während des Arbeitstages, wenn ich eine Aufgabe erledigt hatte, häufig zumindest kurzzeitig dazu hinreißen lies einfach mal ein paar Nachrichtenseiten zu durchstöbern, war dies während der Informationsdiät nun verboten. Anfangs fiel es mir noch schwer dem Eintippen der üblichen URLs der Nachrichtenseiten zu widerstehen. Jedoch wandelte ich dieses Verlangen nach Ablenkung schnell in ein Verlangen nach Produktivität um: Schließlich machte ich dieses Experiment nicht um seiner selbst Willen, sondern, weil ich produktiver werden wollte. Mit der Produktivität sollten sich dann auch gleichzeitig die Freiräume einstellen, die mir eine produktivere Arbeitsweise einbringen würde. Wenn ich produktiver war, würde ich mehr Arbeit in weniger Zeit schaffen und somit hintenheraus mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens erhalten – gleichzeitig zu mehr Output während der Arbeit.

So machte ich mir eine Gewohnheit daraus, dass jedes Mal, wenn sich früher der Drang nach Ablenkung einstellte, sich nun der Drang nach Produktivität durchsetzte. Im Zuge der Informationsdiät etablierte ich auch gleich einige andere neue Gewohnheiten nach der Seinfeld-Methode, die meine Produktivität ebenfalls nach vorn brachten.

Schon seit längerem nutze ich das Tool „Thinking Rock“ für die Verwaltung und Bearbeitung meiner Aufgaben in allen Lebenslagen und arbeite in weiten Teilen nach dem „Getting-Things-done„-Prinzip von David Allen. Nun machte ich es mir zur Gewohnheit immer in meine Aufgabenliste zu schauen, wenn es mich zuvor nach Ablenkung dürstete. Dies führte bereits in den ersten Tagen dazu, dass ich große Mengen meiner Aufgaben abarbeitete. Ich hatte ganz einfach Zeit für diese Aufgaben gewonnen, die ich zuvor durch sinnlose Informationsflut verschwendet hatte. Selbst zu Hause führte der weitestgehende Verzicht auf’s Smartphone dazu, dass ich dort produktiver wurde. Statt bei Facebook zu surfen, konnte ich nun Aufgaben erledigen, die seit Monaten liegen geblieben waren oder einfach nur die Spülmaschine ausräumen.

Wie ich mir bereits vor der Informationsdiät vorgenommen hatte, vertiefte ich meine Spanischkenntnisse während der täglichen Autofahrt. Mein Spanisch-Hörkurs teilte sich in Lektionen zu je 30 Minuten, was dazu führte, dass ich jeden Morgen eine Lektion absolvieren konnte. Den Rückweg hatte ich mir – man muss es ja nicht gleich übertreiben- eigentlich dazu reserviert mal wieder meine Lieblingsmusik im Auto zu hören. Nach einigen Tagen wechselte ich jedoch dazu auf der Rückfahrt Podcasts meiner favorisierten Blogger zu hören. Klar, das waren wieder jede Menge Informationen, aber es waren gefilterte Informationen zu Themen, die mich wirklich interessierten. Ich wählte nur Podcasts aus, die mich wirklich interessierten und mich im Leben voran brachten. Selektive Informationsdiät an dieser Stelle. Gab es mal keinen interessanten Podcast, konnte ich die Fahrt nach Hause für Telefonate im Auto nutzen oder die Gedanken bei meiner Lieblingsmusik schweifen lassen.

Noch vor dem Weg zur Arbeit verzichtete ich auf die morgendliche Informationsflut per Smartphone. Diese Einschränkung – wenn man es denn Einschränkung nennen möchte – führte ich seitdem täglich fort. Ich habe tatsächlich nichts verpasst, wenn ich meine Mails erst im Büro las oder meinen Freunden per Whatsapp erst später antwortete. Stattdessen gewann ich morgens ca. zehn Minuten freie Zeit, die ich nun wahlweise mit Schlafen, mit früherem Arbeiten oder gar mit Sport füllen konnte. Ein definitiv direkt messbarer Gewinn für mein Leben!

Der Verzicht auf mein Smartphone fiel mir mit zunehmender Dauer der Informationsdiät – da muss ich ehrlich sein – immer schwerer. So habe ich für mich nach Abschluss der einmonatigen Informationsdiät einen gangbaren Mittelweg gefunden. Die 16:8-Smartphone-Diät von der ich später noch berichten werde. Dies stellt eine Mischung aus Intervallfasten und Smartphonediät dar.

Was ich auch weiterhin als wirklich positiv in den Alltag retten möchte ist das einmalige Lesen unseres Teamchats und das Lesen der E-Mails nur dreimal täglich. Ersteres war wirklich einfacher durchzusetzen als zunächst gedacht. Der Verzicht auf andauernde Beobachtung des Posteingangs hat mich im Alltag wirklich nach vorn gebracht und mir jede Menge produktive Arbeitszeit beschert. Noch seltener lese ich seitdem meine physische Post, nämlich nur noch einmal wöchentlich. Ich schaue inzwischen tatsächlich auch nur noch in den Briefkasten, wenn ich sehe, dass er überläuft, wenn ich aus dem Büro heim komme.

Bezüglich meines Zeitschriftenkonsums war ich mir am Ende der Informationsdiät noch unschlüssig wie ich weiterhin damit umgehen wollte. Einerseits wollte ich den Konsum einschränken, andererseits fachspezifisch auf den Punkt gut informiert sein. So behielt ich dann einige Abos bei, las aber nur noch selektiv wirklich die Artikel, die mich voran brachten.

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Informationsdiät – 30 Tage ohne Nachrichten – Darf ich noch Zeitschriften lesen?

Legt man die Informationsdiät sehr streng aus, würde dies bedeuten, dass man möglichst auf alle ankommenden Informationen verzichtet. Dazu gehören natürlich sämtliche Nachrichtenwebsites, unnötige E-Mails, Zeitungen, … Aber auch Zeitschriften?

Mir stellte sich also während der Informationsdiät die Frage, ob ich noch Zeitschriften lesen darf. Diese Frage habe ich für mich mit einem klaren Jain beantwortet:

Bei der Informationsdiät geht es ja vor allem darum, dass man nicht unnötig viele Informationen auf sich einprasseln lässt, die man eigentlich gar nicht benötigt und die einen nur vom wesentlichen abhalten. Auch Tim Ferriss sagt selbst, dass er trotz seiner andauernden Informationsdiät immer noch Bücher liest.

Daher habe ich alle Informationen, die mich erreichen während der 30 Tage immer mit den folgenden Fragen bewertet:

  • Habe ich diese Information aktiv gesucht oder angefordert oder ist diese Information einfach aus dem Nichts in mein Leben getreten?
  • Bringt mich diese Information bei meinen wesentlichen Aufgaben im Leben weiter?
  • Ist diese Information gefiltert oder passiert sie ungefiltert meine Informationsschranke?

Mit diesen Fragen bewertete ich nun meinen Zeitschriftenkonsum: Zunächst lässt sich mein Zeitschriftenkonsum in zwei Kategorien einteilen: Abos und Käufe von Einzelheften. Ein Kauf von Einzelheften kam bisher sehr selten in meinem Leben vor. Meistens kaufte ich eine Zeitschrift, wenn ich mit der Bahn reiste und mir mein Lesestoff während der Fahrt ausging. Dann schaute ich im nächsten Bahnhofskiosk nach einer interessanten Lektüre. Diese Auswahl würde ich nun mit etwas mehr Augenmerk auf die Informationsdiät treffen. Dies stellte keine große Einschränkung in meinem Leben dar.

Schwieriger gestaltete sich die Informationsdiät bei den Zeitschriften Abos. Generell fällt einem die Kündigung eines Abos immer schwer. Man könnte ja gerade in der ersten nicht mehr abonnierten Ausgabe etwas wichtiges verpassen. Außerdem ist es ja immer so bequem die Zeitschrift direkt nach Hause geliefert zu bekommen. Aus Sicht der Informationsdiät würde es jedoch viel mehr Sinn ergeben, wenn ich die Abos kündigte und stattdessen gezielt jedes Heft am Kiosk kaufen würde. Ich entschied mich je nach Zeitschrift für unterschiedliche Wege:

Meine Interessensgebiete waren schon immer breit gefächert. Dementsprechend gestalteten sich meine Zeitschriftenabonnements. Da ich von Haus aus Informatiker war, war natürlich eine entsprechend tiefgehende IT-Zeitschrift Pflichtlektüre. Um ehrlich zu sein, las ich in dieser aber bereits seit Jahren nur noch sporadisch. Und auch dann verwendete ich das vermittelte Wissen nicht mehr wirklich häufig. Daher entschloss ich mich hier direkt zur Kündigung. Zukünftig würde ich nur noch ein Exemplar kaufen, wenn mich ein Artikel wirklich interessierte.

Ähnlich erging es mir mit den Zeitschriften zum Tauchen. Hier abonnierte ich eine Zeitschrift zum technischen Tauchen und eine allgemeine Tauchzeitschrift. Beide Zeitschriften trafen – wenn ich ehrlich war – nicht mein Wissenslevel. In der Spezialzeitschrift las ich häufig lediglich zwei Artikel – man musste ja etwas gelesen haben, wenn man sie schon abonniert. So tief, wie dort eingetaucht wurde, wollte ich mich zu dem damaligen Zeitpunkt gar nicht informieren. Die allgemeine Zeitschrift war für meinen Wissensstand viel zu oberflächlich, so dass ich sie nur überflog. In beiden Fällen stand meine Entscheidung schnell fest: Beide Abos kündigen. Statt der Abos würde ich mit zukünftig gezielt im Internet zu Themen, die mich umtrieben, informieren.

Um mich auf dem Laufenden zu halten, abonnierte ich als letzte Zeitschrift im Bunde ein Magazin zum Rettungsdienst. Dieses Abo würde ich nicht kündigen, da ich in den letzten Monaten wirklich jeden Artikel las. Wenn ich ehrlich war, las ich aber nicht jeden Artikel, weil er mich wirklich interessierte, sondern damit sich das investierte Geld lohnte. Ich vergas bei der Rechnung jedoch die investierte Zeit, die diese Ausführung mich monatlich kostete. Zukünftig würde ich nur noch Artikel lesen, die mich interessierten oder weiter brächten.

Wie bei einer guten Diät, würde ich also zukünftig nicht komplett auf Nahrung verzichten, sondern selektiv nur noch gesunde Informationen aus dem Zeitschriftenregal konsumieren.

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Informationsdiät – 30 Tage ohne Nachrichten – Prospekte, Prospekte, Prospekte

Liest du auch ab und an die Aufkleber auf den Briefkästen Ihrer Nachbarn? „Bitte keine Werbung!“ Am ersten Wochenende der Informationsdiät wurden sie mir bewusster je zuvor.

Immer wieder freitags, samstags und sonntags flatterten unzählige kostenlose Zeitschriften inkl. Prospekten in unseren Briefkasten. Ich habe mir am ersten Wochenende der Informationsdiät einmal die Mühe gemacht und sie gezählt: Es kamen sage und schreibe drei kostenlose Zeitungen und 27 Prospekte unterschiedlicher Geschäfte der Umgebung zusammen.

Zwar las ich die kostenlosen Zeitungen bisher auch nie und sortierte die Prospekte schon einmal grob nach „könnte interessant sein“ und „brauche ich eh nicht“, allerdings betrachtete ich den Stapel im Rahmen der Informationsdiät noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Brauchte ich wirklich all diese Informationen? Musste ich jede Woche irgendwelche Angebote durchstöbern, um ein Schnäppchen zu machen? Waren die Angebote überhaupt Schnäppchen? Ich nahm mir also vor an diesem Wochenende zunächst genauso vorzugehen wie ich bisher immer vorgegangen war: Potentiell interessante Prospekte lesen! Bei jedem Prospekte überlegte ich mir dann, ob ich ihn während der restlichen Informationsdiät oder sogar während meines restlichen Lebens noch weiter betrachten und die darin enthaltenen Informationen weiterhin in mein Leben lassen wollte.

Zu den üblichen Prospekten meiner Wahl gehörten die Discounter im Ort und üblicherweise die Baumärkte der Umgebung – ich hatte gerade ein Haus gebaut, da fand man immer etwas was man brauchte. Leider fand man auch immer etwas, das man nicht brauchte, aber trotzdem haben wollte. Diese Tatsache wurde mir beim Durchblättern der Prospekte schlagartig klar! Dazu fand ich in einem Prospekt eines örtlichen Baumarktes tatsächlich ein Angebot eines Artikel für 99,- Euro. Der Artikel war laut Prospekt runtergesetzt von 129,- Euro. Ich würde also gleich 30 Euro sparen, wenn ich in dieser Woche zuschlagen würde. Was für ein Schnäppchen! Gut, dass ich bis zur Informationsdiät immer brav die Prospekte las! Die Haken an diesem Angebot war jedoch, dass ich genau diesen Artikel bereits vor drei Wochen in genau diesem Baumarkt erworben hatte. Ich konnte mich auf die Schnelle nicht mehr an den Preis erinnern. Aber ich hatte meiner Frau ein Foto des Artikels geschickt, um mich mit ihr über den Kauf abzustimmen – wir hatten schon lange nach einem variablen Treppenpodest gesucht, so dass wir die Fenster im Treppenhaus mit einer Leiter putzen konnten. Anders war leider nicht an die Fenster heranzukommen. Zufällig entdeckte ich das Podest dann auch im Baumarkt und schickte meiner Frau schnell ein Foto – zum Glück inkl. Preisschild – um mich zu vergewissern, dass es Ihren  Vorstellungen entsprach. Auf diesem Foto mit Preisschild entdeckte ich nun, dass der reguläre Preis im Baumarkt tatsächlich schon vor drei Wochen bei 99,- Euro lag. Ich würde also mit einem Kauf in dieser Woche gar keine 30 Euro sparen, sondern hatte es bereits vor drei Wochen zum „Angebotspreis“ erworben. Dies führte dazu, dass ich als treuer Stammleser der Baumarktprospekte sofort beschloss diese nicht mehr zu beachten.

Auch bei den meisten anderen Prospekten kam ich zu einem ähnlichen Entschluss. Übrig blieben von den eingangs 27 gezählten Prospekten am Ende zwei Prospekte örtlicher Discounter. Da ich diese zwei wirklich in mein Leben lassen mochte und meine Frau auch noch gern weitere Prospekte las, verzichtete ich letzten Endes dann auf die Radikale Lösung meiner Nachbarn mit dem „Bitte keine Werbung“-Aufkleber auf dem Briefkasten. Die Zeit, die mich Werbung am Wochenende kostete, wurde jedoch deutlich reduziert.

Ob du nun ähnlich oder doch radikal verfährst, sei dir selbst überlassen. Betrachte deine Prospekte am kommenden Wochenende aber doch vielleicht mal im Sinne der Informationsdiät etwas kritischer!


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Informationsdiät – 30 Tage ohne Nachrichten – Kommunikation im Team

Die Kommunikation und die Informationsflut in meinem Team stellte mich während der Informationsdiät vor eine weitere Herausforderung.

Ich bin weiß Gott kein Verfechter von „ich muss ständig erreichbar sein“. Aber beruflich verfällt man doch ab und an in Zugzwang – vor allem, wenn der oder die Vorgesetzte mit in der Kommunikation ist, möchte man ja nicht der letzte sein der antwortet, sondern bei ihm oder ihr einen guten Eindruck hinterlassen.

Wie ließ sich dies nun in der auch berufliche Informationsdiät umsetzen? Bei den Mails versuchte ich möglichst über Filter eine große Menge unwichtiger Mails direkt wegzufiltern. Ebenso las ich meine beruflichen Mails nur noch dreimal täglich – was erstaunlicherweise an keiner Ecke zu einem Weltuntergang führte. Für E-Mails von meinem Chef setzte ich mir eine Regel, die dafür sorgte, dass ich trotz des nur dreimaligen Lesens von E-Mails auch außerhalb dieser Mail-Zeitfenster über Mails von meinem Vorgesetzten benachrichtigt wurde. So konnte ich immer zeitnah auf genau diese Mails reagieren und musste nicht allzuoft meinen Mail-Rythmus verlassen.

Darüber hinaus gab es jedoch bei uns im Team einen Teamchat, um sich schnell und informell auszutauschen. Vor der Informationsdiät las ich praktisch ständig die Nachrichten in diesem Chat. Mit Beginn der Informationsdiät reduzierte ich auch diesen Nachrichtenkonsum auf dreimal tägliches Überfliegen der Chatnachrichten. Das meiste war ohnehin nicht so wichtig, dass es eine sofortige Intervention meinerseits erfordert hätte – wenn es wirklich irgendwo brennt, rufen mich die Leute schon an!

Oft trifft man mit dem dreimaligen Lesen von Nachrichten – sei es nun der Chat, Mails oder ein anderer Weg -auch immer noch das erwartete Antwortfenster des Gegenüber. Die anderen sind schließlich auch immer beschäftigt und haben nicht den ganzen Tag Zeit auf Nachrichten von mir zu warten. Und wenn doch, sind sie eindeutig nicht ausgelastet.Dir hat der Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns mit einer Spende unterstützen würdest!

Informationsdiät – 30 Tage ohne Nachrichten – Informationsfalle Smartphone

Als große Herausforderung der Informationsdiät stellte sich in den ersten Tagen das Smartphone heraus. Es begeistert nicht nur täglich, sondern eher stündlich oder minütlich mit neuen Nachrichten per Whatsapp, E-Mail oder Facebook.

Zunächst einmal schaltete ich sämtliche Benachrichtigung von Mail- oder Messenger-Clients soweit aus, dass sie nicht mehr vibrierten und erst recht keinen Ton mehr von sich gaben. Nun musste ich nur noch dem Verlangen widerstehen ständig nachzuschauen, ob es nicht doch etwas neues gibt.

Bei den beruflichen Mails stellte dies gar kein Problem dar: Schon seit längerer Zeit arbeitete ich auch am PC mit der Methode nur dreimal täglich meine Mails abzurufen und zu bearbeiten. Das konnte ich nun schnell auf die Mails auf dem Smartphone übertragen bzw. hatte ich mir für berufliche Mails bereits angewöhnt. Zusätzlich zu meinem Beruf arbeitete ich aber noch im großen Stil ehrenamtlich und hatte zusätzlich natürlich einen privaten Mailaccount. Bei den beruflichen Mails kann man relativ einfach mit sich selbst diese Vereinbarung treffen: „Es ist ja nur beruflich, also lies die Mails konzentriert auch nur dreimal täglich während der Arbeitszeit!“ Im Gegensatz dazu ist man beim Ehrenamt (und auch privat) natürlich hoch motiviert und wartet quasi durchgängig auf interessante Mails zu seinen Aktivitäten. Immer wieder erwischte ich mich also dabei wie ich meine Mails also trotzdem abrief. Nach einigen Tagen legte sich der Drang Mails abzurufen zum Glück jedoch. Ich kam mit mir selbst zu der Abmachung private und ehrenamtliche E-Mails nur einmal täglich abzurufen und diese dann auch gesammelt zu bearbeiten. Das reduzierte in diesem Bereich nicht nur die Informationsflut, sondern machte mich auch in diesem Bereich massiv effizienter.

Einfacher war es hingegen bezüglich Facebook auf dem Smartphone. Mir anzugewöhnen nicht ständig bei Facebook rumzusurfen, löste ich dadurch, dass ich das Smartphone zu Hause nicht mehr ständig bei mir trug, sondern einfach zentral im Flur ablegte. Die Benachrichtigung für den Facebook-Messenger deaktivierte ich ebenfalls. Jedoch bekam ich auch zuvor selten Nachrichten über den Facebook-Messenger, so dass dies kaum eine Einschränkung bedeutet hätte.

Schwerer wurde es dann wieder bei Whatsapp: Ich nutzte Whatsapp auch damals nicht, um lustige Katzenvideos an all meine Freunde zu verteilen, sondern hauptsächlich in meiner Position im Ehrenamt, um die Jugendlichen zu erreichen. Es ist nunmal das Medium der Jugend – und will man diese Zielgruppe erreichen, muss man in ihrer Liga spielen. So organisierte ich Veranstaltungen etc. neben Mails und Telefonaten weitestgehend per Whatsapp. Das artete dann schonmal dazu aus, dass ich über den ganzen Tag verteilt Whatsapp-Nachrichten schrieb und vor allem empfing (wir möchten uns hier ja die Informationsdiät anschauen und vor allem den Eingang von Informationen reduzieren oder zumindest kanalisieren). So fand ich hier eine ähnliche Abmachung mit mir selbst, wie ich sie für berufliche Mails mit mir getroffen hatte: Whatsapp wurde nur dreimal täglich geöffnet.

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Informationsdiät – 30 Tage ohne Nachrichten – Technische Unterstützung nutzen

Ich gebe zu, es war nicht immer leicht die Informationsdiät strikt durchzuhalten. Aber ich habe mir ein paar technische Hilfen gebastelt, um sie leichter durchhalten zu können.

Genauso wie es bei einer richtigen Diät viel leichter fällt im Supermarkt einmal „Nein“ zu Süßigkeiten zu sagen und diese dann gar nicht erst einzukaufen, wollte ich dies auch für Informationen erreichen. Wenn die Süßigkeiten erst einmal zu Hause im Schrank liegen, muss man jedes Mal, wenn man am Schrank vorbei kommt widerstehen. Sind sie erst gar nicht ins Haus gekommen, besteht diese Versuchung gar nicht. Diesen Ansatz habe ich nun – zumindest für meinen Windows-PC – auf die Informationsdiät übertragen.

Es würde mir viel leichter fallen, wenn ich die Informationen einmal sperren kann als immer wieder bewusst darauf zu verzichten. Mit der Zeit würde sich daraus eine Gewohnheit entwickeln – genau wie bei den Süßigkeiten – und ich würde mich nicht mehr durch Sperren disziplinieren müssen. Aber wie konnte ich verhindern, dass die Informationen mich erreichen?

Bei Windows (und auch bei Linux, aber die Erklärung spare ich mir hier, da Linux-Nutzer das vermutlich ohnehin kennen) gibt es die Möglichkeit die Einträge für Domains selbst zu manipulieren. Wenn du beispielsweise immer wieder der Versuchung erliegst Seiten wie spiegel.de, welt.de, und bild.de aufzurufen, um dich doch einfach mal kurz treiben zu lassen und Informationen ungefiltert zu sammeln, kannst du diese Seiten einfach lokal sperren. Dazu editierst du einfach die Datei „hosts“ auf deinem Computer. Dort kannst du für Domains die IP-Adresse selbst konfigurieren. Was normalerweise ein Nameserver für dich dynamisch erledigt, wenn du die Adresse einer Internetseite im Browser aufrufen, kannst du dort selbst einstellen.

Editiere  dazu einfach die Datei „hosts“ im Pfad „%systemroot%\system32\drivers\etc“auf deinem Windows-PC. Die Einträge dort sind selbst für Laien ziemlich einfach zu verstehen und zu bearbeiten. Füge einfach am Ende der Datei für jede Website, die du für dich selbst sperren möchtest, die folgende Zeile ein:

127.0.0.1 boese-seite.de #Informationsdiät

127.0.0.1 www.boese-seite.de #Informationsdiät

Was passiert nun? Wenn du im Browser nun die Seite öffnen möchtest, sollte sich eine Meldung öffnen, dass die Seite nicht erreichbar ist – es sei denn du betreibst lokal auf deinem PC einen Webserver. Wenn du soweit bist, wirst du aber wissen, wie es weitergeht.

So blockierst du deine ständigen Ablenkungen zum größten Teil selbst. Du widerstehst einmal dem Surfen und musst nicht ständig an der prall gefüllten Informationsschublade mit viel Willenskraft vorbeigehen.Dir hat der Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns mit einer Spende unterstützen würdest!